Die Sage vom 'Fliegenden Holländer':

Der 'Fliegende Holländer' ist ein Schiff, das schon seit vielen Jahrhunderten auf den Weltmeeren umher irrt,
ohne je in einen Hafen zu gelangen. Es wird von einem Kapitän geführt, auf dem ein Fluch lastet und der mit dem
Teufel im Bunde steht. Begegnet das Schiff einem anderen Fahrzeug, so kommen einige von der unheimlichen
Mannschaft in einem Boot herangerudert und verlangen, daß man ein Paket Briefe mitnimmt. Diese Briefe müssen
sofort an den Mast genagelt werden, sonst widerfährt dem Schiff ein Unglück! Sie sind nämlich an längst Verstorbene
gerichtet! Über den Fliegenden Holländer gibt es unterschiedliche Sagen und Legenden, ein Theaterstück,
einen Film und sogar eine Oper.

Die wildeste Sage rankt sich um die Gestalt des Holländers van der Decken. Auf seinem schnellen Schiff wurde nur
gespielt, geflucht und gesoffen. Niemand durfte van der Deckens Logis betreten, denn dort pflegte er sich mit dem
Teufel in Seancen zu treffen. Und mit diesem soll er einen Pakt geschlossen haben. Van der Decken hatte ein Haus
hinter den Dünen, das von einer Hexe bewacht wurde. Wenn er von einer Fahrt nach Hause kam, wartete in seiner Koje
bereits ein junges Mädchen ihm zu Lust und Diensten zu sein. Die hatte der Teufel dorthin gebracht. War die Zeit zum
Aufbruch gekommen, so nahmen van der Decken und die Hexe das Mädchen, drehten ihr den Hals um, nähten sie in
einen Sack und warfen sie ins Meer. Einst gelang es dem Satan, ein wunderschönes Mädchen direkt vor der
Kirche zu schnappen. Diese weigerte sich aber, sich van der Decken hinzugeben, heulte der Hexe die Ohren voll und
betete. Dann erschien
um sie ein Heiligenschein. Der erboste van der Decken drehte ihr den Hals um und warf sie ins Meer, ohne ein Vergnügen
mit ihr gehabt zu haben. Doch da ließ der Teufel den schönen Kopf des Mädchen in den Wellen erscheinen und
sie rief: 'Folge mir, folge mir'! Und der Teufel flüsterte van der Decken zu: 'Tu es, du kriegst sie!'. Und so segelt er
durch die Weltmeere und folgt dem hellen Schein um den Kopf der Schönen, ohne sie je zu erreichen.

Eine weitere Sage erzählt man sich von Bernhard Focke. Er machte so höllisch schnelle Reisen nach Ostindien,
daß nur der Teufel sein Kumpan sein konnte. Nachdem er viel Geld mit seinen schnellen Reisen verdient hatte
forderte der Satan seinen Tribut. Doch Bernhard Focke wollte nicht teilen und wurde verdammt, immer
zwischen den südlichen Kaps hin und her zu kreuzen, ohne je Kontakt zu den Menschen aufnehmen zu können.

So existieren noch verschieden 'Fassungen' über die Gründe, die zur Verbannung geführt haben sollen: In einem
Fall soll der Fliegende Holländer sich in einem Sturm vor dem Kap der Guten Hoffnung befunden haben.
Der Sturm tobte so fürchterlich und es gelang nicht das Kap zu umschiffen. Da soll der Kapitän bei allen Teufeln
geschworen haben, das Kap zu umsegeln und wenn es bis zum Jüngsten Tag dauern würde. Der Teufel hat ihn

beim Wort genommen und so irrt er noch immer durch die Weltmeere.

Es existiert eine ähnliche Version, bei der man den 'Sturm' nur durch 'Flaute' ersetzt hat. In einer weiteren Version
ist es van der Decken mit seinem Schiff in hoher See, der fluchte und schwor, sogar den Allmächtigen zu
besiegen um durch den Sturm die Tafelbay zu erreichen. Plötzlich erschien ein Engel an Deck, doch van der
Decken weigerte sich seine Kappe abzunehmen und schoß mit einer Pistole auf die Gestalt. Darauf erklärte der
himmlische Besucher, daß er und sein Schiff von nun an verdammt sein würden, bis in alle Ewigkeit durch die
Meere zu segeln.

Viele Schiffe haben den Fliegenden Holländer zu Gesicht bekommen. Mal segelte er in einer Flaute mit voller
Fahrt, mal fuhr er rückwärts durch die See, mal schwebte er in einer Wolke über dem Horizont . Wenn man ihn
sieht, bedeutet es Unglück für das eigene Schiff und die Besatzung. Das kann darin bestehen, das die Person,
die ihn sieht, am nächsten Tag aus dem Mast fällt. Oder das Schiff treibt monatelang in einer fürchterlichen
Flaute oder geht auf der Reise unter.

Richard Wagner schrieb eine Oper zu dem Fliegenden Holländer und die sollte ein happy-end haben.
In ihr wird das Thema aufgegriffen, dass der Fliegende Holländer durch die Treue eines Weibes erlöst werde.
Der Teufel glaubt nicht an Frauen-Treue und erlaubt seinem verwünschten Kapitän, alle sieben Jahre einmal
an Land zu gehen, zu heiraten und dabei seine Erlösung zu betreiben. Aber der Holländer ist oft froh genug,
von der Ehe wieder erlöst zu werden und geht freiwillig wieder an Bord. Die Oper endet so: Auf der hohen
Meerklippe steht Senta, die Frau des Fliegenden Holländers und streckt die Hände zu ihrem Manne aus.
Er liebt sie und will sie verlassen, um sie nicht ins Verderben zu ziehen. Er gesteht ihr sein Schicksal und den
schrecklichen Fluch, der auf ihm lastet. Sie aber ruft mit lauter Stimme: "Ich war dir treu bis zu dieser Stunde,
und ich weiß ein sicheres Mittel wodurch ich dir meine Treue erhalte bis in den Tod." Dann stürzt sie sich ins Meer,
der Holländer ist erlöst. Das Schiff geht unter, der Fliegende Holländer und Senta entsteigen dem Meer und
schweben zum Himmel! rastlos und ruhelos ..... irrt er auf den Weltmeeren umher, bis in alle Ewigkeit ....

So berichten Legenden und Sagen über den 'Fliegenden Holländer'.

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